Spirit of the Game

 

Was besagt der Spirit of the Game?

 

http://www.frisbeesportverband.de/dfv-ua/spirit-of-the-game.html?showall=1

 

Geschrieben von: Jörg Benner Samstag, den 19. Januar 2013

 

 

Der Spirit of the Game ist die oberste und wichtigste Regel im Frisbeesport. Sie ist vergleichbar zum Fairplay-Gedanken in anderen Sportarten, aber es wird vor allem beim Ultimate und Beach Ultimate ein weit größerer Wert darauf gelegt. Sie wird zusammengefasst im Vorwort zu den Spielregeln gemäß Flugscheiben-Weltverband WFDF (World Flying Disc Federation):

“Alle Spieler sind dafür verantwortlich die Regeln zu handhaben und zu befolgen. Ultimate vertraut auf einen Spirit of the Game, der die Verantwortung für das Fairplay auf jeden einzelnen Spieler zuweist. Es wird davon ausgegangen, dass kein Spieler absichtlich die Regeln bricht; daher sind keine strengen Strafen für Verstöße vorgesehen, sondern stattdessen eine Methode um das Spiel wieder aufzunehmen, die nachvollzieht, was am wahrscheinlichsten passiert wäre, hätte es die Unterbrechung nicht gegeben. Hochgradig wettbewerbsorientiertes Spiel wird gefördert, sollte jedoch niemals auf Kosten des gegenseitigen Respekts zwischen den Spielern, des Befolgens der vereinbarten Regeln und der grundsätzlichen Freude am Spiel gehen.”

 

Ultimate und Spirit

Da es sich bei Ultimate um einen von den Spielern selbst geregelten Sport handelt, ist das Bewahren des Spirit of the Game wesentlich, damit das Spiel funktioniert. Zudem macht ein guter Spirit das Spiel weitaus erfreulicher. Als absolutes Minimum sollten Ultimate-Spieler denselben Verhaltenskodex befolgen wie dies entsprechend von Schiedsrichtern auf dem jeweiligen Spielniveau erwartet würde. Die nachfolgenden Elemente werden als wesentlich für einen guten Spirit erachtet:

  • Kenntnis der Regeln
  • Das Vermeiden von Fouls und Körperkontakt
  • Eine faire und respektvolle Haltung
  • Eine positive Einstellung
  • Selbstkontrolle

Zusätzlich wird auch das sich Vorstellen beim Gegenspieler und das Gratulieren zu guten Aktionen und einem guten Spirit denselben weiter verstärken. Die Ultimate-Regeln stellen weitere Schlüsselelemente des Spirit of the Game dar. 

 


 

Dies sind einige Wege, wie sich der Spirit im eigenen Team verbessern lässt:

  • Die Regeln lesen.
  • Dazu auch die Regelinterpretationen beim WFDF lesen, da hier viele Spezialfälle genauer beschrieben sind.
  • Ein Regelquiz schreiben und die Teamkollegen damit testen.
  • Es gibt z.B. beim WFDF ein Regelquiz und dazu eine Akkreditierung. Jeder Spieler kann sich als Anfänger und als Fortgeschrittener akkreditieren lassen (s. http://rules.wfdf.org/accreditation).
  • Sich klar machen, dass es immer zwei Perspektiven einer Situation gibt, und das Urteil jedes Beteiligten etwas überschattet von dem gewünschten Ausgang ist.
  • Die eigenen Teammitglieder beim Rufen eines Calls dazu auffordern, laut und deutlich zu sein.
  • Niemals etwas beschwören oder jemanden persönlich angreifen.
  • Verhaltensregeln für ein Team aufstellen, die das erwartete Verhalten und eventuelle Strafen vorsieht.
  • Jedes Teammitglied, das den Spirit bricht, disziplinarisch bestrafen.
  • Sich seinen Gegenspielern vor dem Spiel oder auf der Seitenlinie vorstellen.
  • Das BE CALM/DENKEN-Verfahren nutzen (s.u.).
  • Spirit-Bewertungsbögen am Ende des Spiels gemeinsam mit dem ganzen Team ausfüllen.

 

 

Rückmeldungen gewährleisten

 

Ein wichtiger Teil um einen guten Spirit auf dem Spielfeld zu erhalten, ist direkte Rückmeldungen zu geben. Jede Rückmeldung sollte konstruktiv sein. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, dieses anzubringen:

  • Spirit-Bewertungsbögen am Ende eines Spiels einsammeln und am Ende eines Turniers einen Spirit-Siegerpreis verleihen
  • Seine Gegner am Ende eines Spiels wissen lassen, welche Spiritbewertung ihnen zugedacht wird und warum.
  • Mit Spielern im eigenen Team sprechen, wenn davon auszugehen ist, dass sie Probleme damit haben, einen guten Spirit zu zeigen.
  • Den Captain des eigenen Teams mit dem Captain des anderen Teams sprechen lassen, wenn während des Spiels ein Problem mit dem Spirit auftaucht.
  • Als Veranstalter eines Turniers ein Team mit guten Spirit-Bewertungen mit Freilosen für das kommende Jahr beschenken und in betracht ziehen, Teams mit andauernd schlechten Spirit-Bewertungen künftig vom Turnier auszuschließen.

 

 

Das BE CALM-Verfahren / Das DENKEN-Verfahrenbecalm

 

Die “BE CALM”-Strategie wurde bereits 2008 entwickelt. Dieses Verfahren kann in jeder strittigen Spielsituation angewandt werden, wobei die sechs Buchstaben für die Abfolge der Handlungen stehen, die durch diese Eselsbrücke abgerufen werden kann.

 

-Breathe - don’t react straight away

-Explain - what you think happened

-Consider - what they think happened

-Ask - other players for advice (on perspective and rules) if needed

-Listen - to what everyone has had to say

-Make a call - loudly and clearly (and use Hand Signals)

 

Eine mögliche deutsche Übersetzung könnte „DENKEN“ lauten:

 

-Durchatmen – und nicht sofort reagieren

-Erklären – was deiner Meinung nach passiert ist

-Nachdenken – darüber, was der anderen Meinung nach passiert ist

-Kontaktieren – wenn nötig anderer Spieler zu ihrer Sicht auf Vorgang und Regeln

-Ermitteln – und zuhören, was jeder Gefragte dazu zu sagen hatte

-Nachricht geben – klar und deutlich (den Call mit Handzeichen unterlegen)

 

Spirit of the Game-Auszeit

Wann immer es während eines Spieles ein Problem mit dem Spirit of the Game gibt, sollten sich die Captains darüber bewusst sein, dass der Anhang (Appendix) zu den WFDF-Ultimate Regeln eine Spirit of the Game-Auszeit beinhaltet (A7):

  • Wenn ein Teamcaptain der Snsicht ist, dass es einem Team oder beiden misslingt, dem Spirit of the Game zu folgen, kann er eine „Spirit of the Game-Auszeit“ nehmen.
  • Dies kann nur nach dem Start eines Punktes und vor einem darauffolgenden Pull gerufen werden.
  • Während dieser Auszeit darf keines der Teams taktische Besprechungen vornehmen.
  • Die Mitglieder beider Teams sollen gemeinsam einen „Spiritkreis” in der Mitte des Spielfeldes bilden.
  • Die beiden gegnerischen Teamcaptains sollen separat davon die laufenden Punkte mit Bezug zum SOTG besprechen, einen Weg bestimmen, um diese punkte zu begradigen und dann die Übereinkunft dem Spiritkreis mitteilen.
  • SOTG Auszeiten berühren nicht und werden nicht berührt von der Anzahl der verfügbaren (gewöhnlichen) Auszeiten.
neue Spiritbögen
Stand 4/14
SOTG-4Spiele-Bogen2014_wir-und-sie.pdf
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